Die "Queen Mary 2" verlässt den Hafen von Adelaide (Australien).
Foto: moisseyev/bigstock.com
Montag, den - Lesezeit: ca. 4 Min.

Schiffsportrait "Queen Mary 2"

Unter Hamburger Kreuzfahrtfans ist sie das beliebteste Fotomotiv: die "Queen Mary 2". Obwohl sie bereits 2004 in Dienst gestellt wurde, hat sie bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren und eine treue Stammkundschaft.

Das Flaggschiff der Cunard-Reederei

Im Jahr 1998 gab die britische Cunard-Reederei den Bau eines neuen Passagierschiffes bekannt - der Startschuss für den Bau der Queen Mary 2, des bis dato größten Passagierschiffes der Welt. Zahlreiche Werften bewarben sich für den Bau, den Zuschlag erhielt schließlich die französische Werft "Chantiers de l’Atlantique".

Im Jahr 2002 wurde mit dem Bau begonnen, an dem mehr als 20.000 Menschen während Planung und Bauzeit beteiligt waren. Im Jahr 2003 fanden schließlich erste Probefahrten statt und das Kreuzfahrtschiff konnte nach weniger als zwei Jahren Bauzeit am 22. Dezember 2003 an die Cunard-Reederei übergeben werden.

Das Schiff kostete die Reederei rund 870 Mio. Euro. Seine Jungfernfahrt hatte es im Januar 2004 und fuhr dabei unter anderem über Teneriffa, Cran Canaria und Barbados bis hin nach Florida. Seitdem verkehrt das Passagierschiff hauptsächlich auf der klassischen Transatlantik-Route zwischen seinem Heimathafen Southampton (2003 - 2011) bzw. Hamilton (seit 2011) und New York, je nach Jahreszeit werden aber auch weitere Routen in der Karibik und in europäischen Gewässern angeboten.

Technische Besonderheiten

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Entworfen wurde das Kreuzfahrtschiff von dem Schiffsarchitekten Stephen Payne. Es ist 345,03 m lang, 41 m breit und wiegt über 79.000 Tonnen. Es hat 13 Passagierdecks, 1.310 Kabinen und bietet damit bis zu 3.090 Passagieren Platz. Des Weiteren weist das Passagierschiff einige Besonderheiten auf, die es von anderen Schiffen unterscheiden.

Schon der Entwurf war eine Neuheit: Er vereinigte erstmals Merkmale moderner Kreuzfahrtschiffe mit der Linienführung klassischer Transatlantikliner wie der "Queen Elizabeth 2" und bildete damit die Grundlage für die schlanke und dynamische Silhouette, die das Schiff trotz seiner enormen Größe aufweist. Gleichzeitig übertrifft die "Königin der Weltmeere" vergleichbar große Passagierschiffe mit einem Raumverhältnis von 57,25 (BRZ/Passagier) um 30 - 50 Prozent. Außerdem zeichnet sich das Schiff durch eine nahezu vibrationslose Fahrweise aus, die durch die exklusiv von Rolls Royce für die "Queen Mary 2" entwickelten Motoren ermöglicht wird.

Künstliche Wasserfälle und ein eigenes Planetarium

Neben diesen technischen Besonderheiten beeindruckt das Passagierschiff zudem mit seiner luxuriösen und einzigartigen Innenausstattung: Auf den 13 Decks warten auf die Besucher fünf Schwimmbäder, zwei künstliche Wasserfälle, ein Theater, eine Bibliothek, ein Spielcasino, ein Fitness-Club sowie Basketball- und Tennisplätze. Außerdem verfügt das Schiff über ein Einkaufszentrum mit einer Gesamtfläche von über 500 Quadratmetern sowie über das weltweit einzige Planetarium auf See.

Um auch weiterhin den Wünschen der Passagiere gerecht werden zu können, wurde das Kreuzfahrtschiff im Sommer 2016 in der Hamburger Werft Blohm+Voss umfassend renoviert und umgebaut. Die Maßnahmen kosteten die Cunard-Reederei über 120 Millionen Euro. Heute erstrahlt das Schiff in neuem Glanz und die Innenausstattung ist im Vergleich zur Zeit vor dem Ausbau stark verändert.

Die Reederei "Cunard"

Zur Flotte der Cunard-Reederei gehören neben der "Königin der Weltmeere" die "Queen Victoria" sowie die "Queen Elizabeth". Wichtigstes Aushängeschild der Cunard-Reederei bleibt jedoch die "Queen Mary 2".

Das Vorgängerschiff, die erste "Queen Mary", fährt übrigens schon lange nicht mehr. Sie war von 1936 bis 1967 im Einsatz, absolvierte zunächst Passagierfahrten auf der Route Southampton - Cherbourg - New York und transportierte im zweiten Weltkrieg Soldaten nach Australien. Rund zwanzig Jahre nach Kriegsende wurde das Schiff stillgelegt, einige Zeit später von der Gemeinde Long Beach in Kalifornien aufgekauft und zu einem schwimmenden Hotel umgebaut. Dort liegt es seitdem vor Anker und ist sogar bei Google Maps zu sehen.
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